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Tagesgeschehen (F 2025)
Zwischen Marokko und Frankreich: die persönliche und familiäre Saga von Leïla Slimani Die Autorin Leïla Slimani veröffentlicht mit "J'emporterai le feu" im Gallimard-Verlag den letzten Band einer Trilogie, die anhand einer Familiengeschichte die Geschichte Marokkos vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis heute erzählt. Die dargestellte Familie ist ihrer eigenen sehr ähnlich. In dem letzten Band folgt die Schriftstellerin insbesondere den Spuren der beiden Schwestern Mia und Inès, die in einem Artikel der Tageszeitung Libération als die beiden Seiten der Romanautorin beschrieben werden. Leïla Slimani wurde in Marokko in einer bürgerlichen Familie geboren und zog im Alter von 18 Jahren nach Frankreich. Einem breiten Publikum wurde sie durch die Auszeichnung mit dem Literaturpreis Prix Goncourt bekannt, den sie für ihren zweiten Roman Chanson douce erhielt, der von der Ermordung zweier Kinder durch ihre Nanny erzählt. Le Pen, Sarkozy …: Ist die Verurteilung von Politikern per se ein politischer Akt? Nach der Verurteilung Marine Le Pens und etwa zwanzig Mitglieder des rechtspopulistischen Rassemblement National am 31. März im Fall der parlamentarischen Assistenten hat die Partei eine Medienkampagne sowie eine an ihre Wähler gerichtete Kampagne gestartet, um gegen diese Entscheidung zu protestieren. Der Vorsitzende des RN, Jordan Bardella, sprach im Radiosender Europe 1 von einer "Tyrannei der Richter" und sogar von "roten Richtern", da "man das Gefühl hat, dass sich die Urteile oft gegen eine politische Seite richten". Marine Le Pen, die mit sofortiger Wirkung zu fünf Jahren Nichtwählbarkeit und vier Jahren Gefängnis verurteilt wurde (davon zwei Jahre mit elektronischer Fußfessel), kritisierte vor den RN-Abgeordneten "die Einmischung der Richter in die Präsidentschaftswahlen". Angesichts dieser Angriffe reagierte der Generalstaatsanwalt am Kassationsgerichtshof, Rémy Heitz, einer der höchsten Richter Frankreichs, im Namen der Justiz in dem Sender RTL: "Die Justiz ist nicht politisch, diese Entscheidung ist keine politische, sondern eine gerichtliche Entscheidung, die von drei unabhängigen und unparteiischen Richtern gemäß den Regeln getroffen wurde, die das Fundament unserer Demokratie bilden." Die Angriffe sind zwar heftig, aber nicht neu. In den letzten Jahren ist die Vorstellung einer "Regierung der Richter", die sich in politische Angelegenheiten einmische, immer häufiger in der öffentlichen Debatte aufgetreten, begünstigt durch eine Reihe von politisch-finanziellen Affären, z. B. die mutmaßliche Finanzierung der Kampagne von Nicolas Sarkozy im Jahr 2007 durch Libyen. Tatsächlich haben Gerichtsentscheidungen einen direkten Einfluss auf das politische Leben und die Bedingungen für die Ausübung der Demokratie. Zum Abschluss der Sendung erzählt Xavier Mauduit anlässlich der Drohung Donald Trumps, der prestigeträchtigen Universität Harvard die Bundeszuschüsse zu kürzen, von der Geschichte der renommierten Institution; und Marie Bonnisseau berichtet darüber, dass einige amerikanische Paare Playlisten mit Liedern erstellen, die sie auf keinen Fall auf ihrer Hochzeit hören wollen.
- Leïla Slimani.
- Verurteilung von Marine Le Pen.