Zum Hauptinhalt springen

NANO Talk

NANO Talk
3sat logo
Do, 15.10.2026 | 21:00 - 22:00

Wissenschaft (D 2026)

Das Artensterben ist die größte Menschheitskrise. Denn ohne Vielfalt ist kein Leben auf der Erde möglich – auch nicht für den Menschen. Darüber diskutiert Alena Buyx mit ihren Gästen. Versiegelung von Flächen, intensive Landwirtschaft, Umweltgifte und der Klimawandel zerstören Ökosysteme. Doch Biodiversität braucht intakte Lebensräume. Sie ist kein Luxus, sondern die kritische Infrastruktur unseres Planeten. Doch die Zerstörung geht weiter. Nach Einschätzung des Weltbiodiversitätsrats IPBES ist Biodiversitätsverlust damit längst nicht mehr nur ein Naturschutzproblem, sondern ein systemisches Risiko für Wirtschaft und Gesellschaft. Unternehmen und Volkswirtschaften sind von Leistungen der Natur abhängig, etwa von Wasserverfügbarkeit, fruchtbaren Böden, Rohstoffen oder Hochwasserschutz. Nur intakte Ökosysteme liefern sauberes Wasser, saubere Luft und tragen zur Regulierung von Krankheiten bei. Besonders wichtig ist die Vielfalt der Mikroorganismen im Boden. Bakterien, Pilze und andere Bodenlebewesen bauen organisches Material ab, stellen Nährstoffe bereit, speichern Kohlenstoff und ermöglichen Pflanzenwachstum. Wenn diese unsichtbare Biodiversität verloren geht, sinken Bodenfruchtbarkeit, Ernteerträge und die Widerstandsfähigkeit ganzer Ökosysteme. Welche Möglichkeiten hat die Wissenschaft, den Verlust der biologischen Vielfalt aufzuhalten? Mithilfe der Synthetischen Biologie versuchen Wissenschaftler beispielsweise Organismen gezielt zu verändern, um Ökosysteme widerstandsfähiger zu machen. Neue Verfahren der Genom-Editierung ermöglichen mittlerweile Eingriffe in die DNA von Pflanzen und Tieren, um gefährdete Arten resistenter zu machen und an veränderte Bedingungen anzupassen. Lässt sich verlorene Natur technologisch ersetzen? Entstehen dadurch neue Risiken für bestehende Ökosysteme? Wie weit darf der Mensch in die Evolution eingreifen? Wird die Rettung der Artenvielfalt künftig im Labor entschieden? Welche Verantwortung tragen wir für kommende Generationen? Gästevorstellung: Aletta Bonn ist Leiterin des Departments Biodiversität und Mensch am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ und Professorin für Ökosystemleistungen an der Universität Jena/ Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung , Halle-Jena-Leipzig. Zu den Forschungsschwerpunkten der Biologin gehören u.a. Ökosystemleistungen, der Zusammenhang Biodiversität- Mensch, Stadtökologie, Citizen Science sowie transformatorische Fragen für die politische Umsetzung nötiger Maßnahmen zum Erhalt der Biodiversität. Dirk Brockmann ist Physiker und Mathematiker. Der Professor für Biologie komplexer Systeme und Direktor des Zentrums Synergy of Systems an der TU Dresden erforscht, wie sich komplexe, Dynamiken in vernetzten, bsp. biologischen Systemen entwickeln- von epidemiologischen Prozessen über Biodiversitätsverlust und Artensterben bis hin zu kollektiven gesellschaftlichen Verhaltensmustern. Seine Forschung zeigt, wie Daten und Systemforschung helfen können, große globale Herausforderungen besser zu verstehen. Tobias Erb ist Biologe und Chemiker. Er ist Direktor des Max-Planck Instituts für Terrestrische Mikrobiologie in Marburg und zählt zu den international führenden Forschern auf dem Gebiet der Synthetischen Biologie. Tobias Erb erforscht die biochemische Grundlagen der Evolution, die die Entstehung unserer heutigen Biodiversität überhaupt erst möglich gemacht haben. Ihm und seinem Team gelang es 2022, Fotosynthese im Labor künstlich zu rekonstruieren und zu optimieren.

Thema
  • Das große Artensterben – Wie wir die Vielfalt erhalten können.
Gast
Moderation